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Gesundheit__Infos & Tipps

[Letzte Aktualisierung: 23. September 2012]


▼ Impfschutz ▼ HIV und Reisen
▼ Sonstige Risiken ▼ Reiseapotheke
▼ Schwuler Sex - Aber sicher!


Das Bett hüten müssen und sich elend fühlen statt unter Palmen Caipirinha zu schlürfen gehört wohl zur Horrorvorstellung eines jeden Urlaubers. Gewiss, krank werden kann man auch zuhause, aber wenn es im Urlaub oder gar in den Flitterwochen passiert, ist das doppelt bitter!
In entwickelten Ländern mit hohen Hygienestandards muss man sich um seine Gesundheit weniger Gedanken machen als wenn man in unterentwickelte Länder oder tropische Regionen reist. Dort ist das Risiko, sich "etwas einzufangen", erfahrungsgemäß höher.
Zwar ist man auch in Deutschland, der Schweiz oder Österreich nicht restlos vor Durchfall oder Infektionen gefeit, aber wer einige grundlegende Regeln beachtet, wird seinen Urlaub so gut wie überall bei bester Gesundheit genießen können.

Bei Reisen innerhalb der Europäischen Union und der Schweiz gilt für EU-Bürger in der Regel die Krankenversicherung des Heimatlandes - in Fällen plötzlicher Erkrankung oder bei Unfällen. Für die Behandlung benötigt man die Europäische Krankenversicherungskarte. Diese ist oft schon in der normalen Versicherten-Card integriert (s. EU-Symbol auf der Rückseite) oder man erhält sie von seiner Krankenkasse.
Die Karte deckt jedoch nur absolut notwendige Behandlungen ab. Die meisten zahnärztlichen Behandlungen, Rücktransporte nach schweren Erkrankungen oder bei Unfällen und anderes mehr sind nicht inbegriffen. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, sollte zusätzlich eine private Reisekrankenversicherung abschließen (ist in der Regel recht günstig). Das gilt generell auch für alle Touristen aus Nicht-EU-Ländern. Wer außerhalb der EU verreist, sollte grundsätzlich eine private Versicherung abschließen!
Tipp: Manche Kreditkartenverträge oder Mitgliedschaften in Automobilclubs beinhalten bereits eine solche Versicherung - also vorher Konditionen checken, bevor man zuviel bezahlt!


_IMPFSCHUTZ

Imfpungen gegen folgende Krankheiten sollten zum Standard bei der Vorbeugung gehören, da sie verbreitete Gesundheitsrisiken auf Reisen beseitigen:

Hepatitis A die einfache Variante der Gelbsucht ist weltweit verbreitet, die Virusinfektion wird durch verunreinigtes Wasser und Essen verbreitet, alle 10 Jahre auffrischen
Hepatitis B die gefährlichere Version der Gelbsucht, wird vor allem durch Sexualkontakte (auch beim Blasen) übertragen, alle 10 Jahre auffrischen - für Schwule ein Muss!
Tetanus Erreger des Wundstarrkrampfes ist weltweit verbreitet, Gefahr besteht prinzipiell bei jeder Verwundung, alle 10 Jahre auffrischen
Diphterie die Bakterieninfektion erfolgt durch Atemluft (Husten) und kann tödlich enden, weltweit verbreitet, vor allem aber in ärmeren Ländern, Risiko in Mitteleuropa äußerst gering, in Russland und den baltischen Staaten seit den 90er Jahren jedoch häufiger aufgetreten, bei längerem Aufenthalt in Ländern mit Diphterie-Risiko sollte Imfpschutz bestehen, alle 10 Jahre auffrischen

Folgende Impfungen kommen optional bei Reisen in bestimmte Regionen in Frage:

Tollwut Virusinfektion, die eine absolut tödliche Gehirnentzündung verursacht und durch Tiere (Bisse oder Kratzer) übertragen wird (meist streunende Hunde und Katzen, seltener Wildtiere). Impfung hilft sogar noch kurze Zeit nach einem Biss - deshalb immer sofort einen Arzt aufsuchen!
Tollwut, auch Rabies oder Lyssa genannt, kommt weltweit vor, wurde aber in Westeuropa und Nordamerika durch Tierimpfungen stark zurückgedrängt. Deutschland, Österreich, Schweiz, Beneluxstaaten und einige andere westeuropäische Länder gelten offiziell als tollwutfrei. Regionen mit hohem Risiko sind alle Länder in den Tropen und Subtropen, vor allem in Asien und Lateinamerika, aber auch osteuropäische Länder.
Gelbfieber schwere Virusinfektion, die durch Stechmücken übertragen wird, in tropischen Regionen Afrikas und Südamerikas verbreitet, viele Länder verlangen Impfnachweis für Reisende aus betroffenen Ländern, alle 10 Jahre auffrischen
Typhus wird durch verunreinigtes Wasser oder Essen übertragen, kommt häufiger in Indien und Südostasien vor, aber auch in Südamerika und großen Teilen Afrikas (mit Ausnahme Südafrikas, Impfschutz hält 3 Jahre
Polio sogenannte Kinderlähmung, kommt in Europa, weiten Teilen Asiens, Nord- und Südamerikas wegen langjähriger flächendeckender Impfungen nicht mehr vor, eine Auffrischung des Impfschutzes ist bei Reisen nach Ägypten und Indien jedoch empfehlenswert
Frühsommer-Meningoenzephalitis Virusinfektion, wird durch Zecken übertragen und hat eine Hirnhautentzündung (Kürzel: FSME) zur Folge, Verbreitungsgebiete sind vor allem Süddeutschland, seit einigen Jahren auch nördlichere Landesteile und Ostdeutschland, außerdem Teile von Österreich, der Schweiz, Frankreich, Skandinavien sowie Osteuropa, besonders Wanderer und Touristen mit Outdoor-Aktivitäten sind betroffen, Impfschutz hält 3-5 Jahre, trotzdem immer durch hautbedeckende Kleidung und Anti-Zecken-Mittel schützen [s.a. Kapitel SONSTIGE RISIKEN > Borreliose]

In Ländern mit hochentwickelter Gesundheitsversorgung wie Deutschland, Österreich und der Schweiz werden die teilweise teuren Schutzimpfungen von vielen Krankenkassen bezahlt. Insbesondere die Kosten von Hepatitis-Impfungen werden für Risikogruppen - dazu zählen auch Homosexuelle - übernommen. Es lohnt sich also, bei seiner Kasse nachzufragen.
Das Centrum für Reisemedizin (CRM) führt auf seiner Webseite eine aktuelle Liste der Krankenkassen in Deutschland, die Reiseschutzimpfungen bezahlen. Dort erfährt man auch mehr über die Impfungen und kann einen Infoflyer downloaden.
[CRM]


_SONSTIGE RISIKEN

THROMBOSE Ein Risiko, das erst durch den Boom bei Fernreisen Thema geworden ist. Durch das lange Sitzen unter beengten Verhältnissen kann es zur Verminderung der Blutzirkulation in der unteren Körperhälfte kommen und durch zu geringe Flüssigkeitszufuhr kann auch das Blut dicker werden. Das alles begünstigt die Bildung von Blutgerinseln, die lebensbedrohliche Durchblutungsstörungen hervorrufen können. Risikogruppen sind vor allem Personen mit Herzschwäche und Venenentzündungen sowie Raucher und Übergewichtige.
Das Thromboserisiko mindert man durch Massieren der Waden Schuhe ausziehen, Zehen und Füße regelmäßig bewegen ab und zu aufstehen und auf dem Gang laufen (Gangplatz empfehlenswert) viel Wasser trinken und am besten keinen Alkohol, der einen zusätzlichen Risikofaktor darstellt!

BORRELIOSE Erreger sind Bakterien, die durch Zecken (Spinnentiere) übertragen werden. Die Inkubationszeit nach einem Zeckenbiss beträgt 2-4 Wochen, Symptome einer Erkrankung sind grippale Beschwerden, Gelenkschmerzen bis hin zu Hirnhautreizungen und Lähmungen. Borreliose lässt sich in der Regel gut behandeln, ist jedoch die Infektion zu weit fortgeschritten, können irreparable Schäden auftreten. Rötet sich die Haut nach einem Zeckenbiss, ist das meist ein sicheres Indiz für eine Infektion. Dann sollte man auf jeden Fall zum Arzt, ebenso wenn sich eine Zecke in der Haut festgebissen hat (lassen Sie den Arzt die Zecke entfernen). Hauptverbreitungsgebiete der Borreliose sind Nordamerika, Europa und Asien, Hauptverbreitungszeit sind die wärmeren Monate von März-Oktober.
Zeckenbisse erfolgen meist bei Freilandaktivitäten (z.B. Wandern) im Wald, auf Wiesen und im Gehölz. Absoluten Schutz gibt es nicht, durch hautbedeckende Kleidung, lange Hosen, feste Schuhe sowie spezielle Anti-Zecken-Lotionen kann man das Risiko aber erheblich senken. Nach Wanderungen durch dichtes Gehölz oder hohe Wiesen sollte man immer den Körper nach Zecken absuchen (vor allem Achselhöhlen und Kniekehlen). Übrigens: Dass Zecken den Menschen anspringen oder von Ästen herabfallen lassen, gehört ins Reich der Märchen. Zecken sind äußerst träge!

LEISHMANIOSE Erreger sind Parasiten, die durch die Sandfliege übertragen werden. Sie befallen die Haut, aber auch wichtige Körperorgane. Sind Körperorgane betroffen, führt eine Nichtbehandlung meist zum Tod. Bei der sogenannten Haut-Leishmaniose bilden sich meist im Gesicht schmerzlose Hautgeschwüre ("Orientbeule"), die oft erst nach Monaten unter Narbenbildung abheilen. Die Krankheit ist in tropischen und subtropischen Regionen verbreitet, kommt aber auch in Mittelmeerländern vor, wo vor allem die Küstenregionen von Frankreich, Italien, Spanien und Portugal, aber auch die Balearen (Mallorca, Ibiza etc.), Korsika und Sardinien betroffen sind. Hauptverbreitungszeit sind die Sommermonate Juni bis September.
Da bereits der Stich einer Sandfliege ausreicht, sollte man stets auf lückenlosen Mückenschutz achten. Da Sandfliegen in der Regel nicht höher als 3 Meter fliegen, ist auch ein Hotelzimmer im 1. oder 2. Stock empfehlenswert.

MALARIA Erreger der auch "Sumpffieber" genannten, weit verbreiteten Krankheit werden durch Stechmücken übertragen, die vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv sind, Verbreitungsgebiete sind die tropischen und subtropischen Regionen Mittel- und Südamerikas sowie Afrikas, der gesamte indische Subkontinent und Südostasien, Symptome sind Fieber, Schüttelfrost und Durchfall, eine Nichtbehandlung kann tödlich enden oder zu Schäden an inneren Organen führen
Prophylaxe nur möglich durch rechtzeitige und konsequente Einnahme von Medikamenten vor Beginn der Reise in ein Malariagebiet konsequenter Mückenschutz durch Tragen möglichst heller Kleidung und Socken (tagsüber und abends) sowie Insektenschutzmittel Verzicht auf Parfüm oder After Shave falls Räume nicht mückenfrei sind, immer unter einem Moskitonetz schlafen da es unterschiedliche Erreger und Resistenzen gegen bestimmte Medikamente gibt, unbedingt vor der Reise in ein Malariagebiet fachkundigen Rat einholen (z.B. Tropeninstitut)

DURCHFALL ist die am meisten verbreitete Reisekrankheit, kann man sich so gut wie überall einfangen, ein erhöhtes Risiko besteht in Ländern oder Regionen mit geringeren Hygienestandards, helfen übliche Medikamente gegen Reisedurchfall nicht, muss man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen!
Gegen die häufigsten Durchfallerkrankungen hilft konsequentes Einhalten der Hygiene, öfter Hände waschen kein Leitungswasser trinken, Wasser und andere Getränke nur aus geschlossenen Flaschen oder Packungen Lebensmittel nur gekocht, gebraten oder gegart essen - das gilt insbesondere auf Märkten am besten nur Obst essen, das man schälen muss oder schälen kann von rohem Fleisch oder Fisch und offenen Süßspeisen wie Eis sollte man die Finger lassen auch Eiswürfel können ein Risiko darstellen

CHOLERA schwere Durchfallerkrankung mit extremem Flüssigkeitsverlust, die bei Nichtbehandlung in kürzester Zeit tödlich endet, wird durch Bakterien in Wasser oder Lebensmitteln übertragen, häufiger in Ländern mit niedrigen Hygienestandards, vor allem in Mittel- und Südamerika, Indien und Südostasien verbreitet
Wer erkrankt, muss sofort in Behandlung sowie viel Wasser und Salzlösungen zu sich nehmen.

SONNE Was wäre der Strandurlaub ohne Sonnenbaden? Doch auf die richtige Dosis kommt es an. Jeder weiß inzwischen, wie schädlich es ist, sich den Sonnenstrahlen ungeschützt auszusetzen. Wer das tut, holt sich nicht nur einen Sonnenbrand, sondern lässt seine Haut schneller altern und erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.
Generell gilt: Je höher und je näher man sich am Äquator befindet, desto intensiver ist die Strahlung. Das unterschätzen besonders Reisende aus nördlichen Breiten oft. Wer in die Tropen fährt, sollte sich selbst mit höchstem Lichtschutzfaktor nie der Mittagssonne aussetzen, schon gar nicht am Meer, wo die Strahlung durch die Reflektion des Wassers nochmal erhöht wird. Wer es dennoch tut, riskiert in kürzester Zeit schwerste Hautverbrennungen. Den Urlaub kann man dann garantiert vergessen!

WURMBEFALL Wurmerkrankungen sind weltweit verbreitet, eine Ansteckung erfolgt meist über verunreinigte Lebensmittel, allein durch konsequentes Einhalten der Hygiene (siehe DURCHFALL) können die meisten Wurmerkrankungen auf Reisen vermieden werden. Das gilt aber nicht für alle Wurmarten.
Bilharziose eine durch Saugwürmer verursachte Erkrankung, deren Symptome Fieber, blutiger Urin und Stuhlgang sind, ist vor allem in tropischen und subtropischen Regionen verbreitet
Da die Würmer in Süßwassergewässern leben und durch die Haut in den Körper gelangen, kann ein Infektionsrisiko ganz einfach ausgeschlossen werden: in den Tropen weder in Flüssen noch in Seen baden!
Hakenwürmer kommen zwar weltweit vor, sind aber vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitet, nisten sich im Dünndarm ein, Symptome sind Hautjuckreiz, Müdigkeit, Schwäche und Darmbeschwerden
Da die Würmer im Erdboden vorkommen und durch die Haut in den Körper gelangen, sollte man nie barfuss laufen. Am besten geschlossenes Schuhwerk tragen. Hakenwurmlarven können auch durch Wasser und Lebensmittel aufgenommen werden, weshalb konsequente Hygiene das Risiko mindert.
Spulwürmer weltweit verbreitet, rund ein Viertel der Weltbevölkerung ist betroffen, Würmer nisten sich im Darm ein, Symptome sind Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, Erbrechen und starken Bauchschmerzen
Der wichtigste Schutz ist konsequente Hygiene bei Trinkwasser und Nahrungsmitteln.
Hunde- und Fuchsbandwurm gefährliche Wurmerkrankungen, die vor allem in Mitteleuropa, Russland, China, Japan, Alaska und Kanada verbreitet sind
Kontakte mit fremden Hunden (insbesondere streicheln oder abschlecken) vermeiden, Waldfrüchte oder Pilze vor dem Verzehr gründlich waschen.

Wer in ein Land mit tropischem Klima reist, sich fernab geschlossener Ferienclubanlagen bewegt und dabei ständig mit einfachen Hygienestandards zu tun hat, sollte sich nach der Reise zuhause auf Wurminfektionen checken lassen.


_SCHWULER SEX - ABER SICHER!

Wer auf Reisen geht, hat wohl nichts gegen das eine oder andere Abenteuer einzuwenden - erst recht, wenn man allein unterwegs ist. Aber, es soll ja auch Paare geben, die auf einen Dreier oder ganz andere Konstellationen aus sind... Ob es nun an der Sonne oder den neuen, anderen Männern liegt, eines steht jedenfalls fest: Im Urlaub ist man generell offener für erotische Abenteuer und ein Tag Sonne am Schwulenstrand kann einen mehr antörnen als ein mittelmäßiger Porno!

Damit man den Sex ohne Reue genießen kann, sollten bestimmte Regeln eingehalten werden. Die wohl wichtigste heißt SAFER SEX und dient dazu, eine HIV-Infektion zu vermeiden. Safer Sex gilt global, denn überall auf der Welt kann man sich bei ungeschütztem schwulen Sex infizieren - in Berlin oder New York ebenso wie in Bangkok oder Buenos Aires. Dabei ist auch unerheblich, ob jemand der Prostitution nachgeht. Generell gilt:

Analverkehr nur mit Kondomen sowie Gleitgels auf Wasser- oder Silikonbasis (fetthaltige machen Kondome durchlässig!), wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt beides von zuhause mit
Blasen ist okay, aber auf keinen Fall in den Mund des Partners abspritzen oder Sperma schlucken - man sollte das vorher klarmachen
beim Fisten ("Faustfick") unbedingt Gummihandschuhe und genügend Gleitmittel benutzen - beides sollte man ggf. von zuhause mitnehmen
wer Toys wie Dildos auf Reisen mitnimmt, sollte auch an Desinfektionsmittel zur Reinigung denken
sich auf gar keinen Fall zu unsafen Sexpraktiken überreden oder drängen lassen und das Abenteuer notfalls abbrechen, auch wenn der andere noch so geil daherkommt


Aktuelle Infos zu HIV & Safer Sex
[DEUTSCHE AIDS-HILFE]


Konsequente Einhaltung der Safer Sex-Regeln mindert zwar das Risiko, schützt aber leider nicht gänzlich vor anderen SEXUELL ÜBERTRAGBAREN KRANKHEITEN oder lästigen Begleiterscheinungen, die mit schwulem Sex einhergehen können:

Syphilis Übertragung durch Körperflüssigkeit auf verletzte Haut oder Schleimhäute (unscheinbare, mikroskopisch kleine Risse reichen aus), großes Risiko beim Blasen und Analverkehr ohne Kondom, aber auch beim Küssen, Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen) 2-4 Wochen, erste Symptome: schmerzlose Geschwüre und geschwollene Lymphknoten meist im Genitalbereich, zur Bestätigung ist ein Bluttest notwendig, Behandlung erfolgt mit Antibiotika
Tripper (Gonorrhoe) Übertragung durch Sperma oder Analsekret auf Schleimhäute (Penis, Mund, Darm), großes Risiko beim Blasen und Analverkehr ohne Kondom, aber auch Lecken im Genitalbereich, Inkubationszeit 2-5 Tage, Symptome: Ausfluss aus Harnröhre oder Analbereich, Brennen beim Harnlassen, Behandlung mit Antibiotika

Hepatitis A, B, C ("Gelbsucht") Alle drei Virusvarianten werden durch Körperflüssigkeiten beim Oral- wie Analsex (ohne Kondom) übertragen, aber auch beim Küssen. Die A-Variante wird außerdem durch Wasser und Lebensmittel verbreitet. Symptome sind anfangs Erschöpfung und Müdigkeit, Dunkelfärbung des Urins, heller Stuhlgang und Gelbfärbung von Augen und Haut - es können aber lange Zeit überhaupt keine Symptome auftreten. Hepatitis A heilt sogar aus, ohne dass man es mitbekommt. Selbst die gefährlichere Variante B kann lange symptomlos bleiben. Die Inkubationszeiten bei A betragen 25-30 Tage, bei B 40-200 Tage! Sehr gefährlich ist Hepatitis C, da oft symptomlos und bei chronischem Verlauf tödlich.
Für Reisende sind Hepatitis A + B die häufigsten Risiko-Varianten. Der wirksamste Schutz ist die Impfung. Gegen Hepatitis C gibt es derzeit keine Impfung.

Condylome ("Feigwarzen") Die Virusinfektion wird beim Oral- und Analsex (ohne Kondom), aber auch per Schmierinfektion (Finger, Dildo) übertragen. Im Genital- und Analbereich (Darmeingang) kommt es zur Warzenbildung, die oft Monate bis Jahre überhaupt nicht bemerkt wird. Die Therapie erfolgt mit ätzenden Substanzen oder durch operative Entfernung. Die Warzen können immer wieder nachwachsen, deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle erforderlich.
Filzläuse + Krätze Lästige, aber nicht gesundheitsgefährdende Parasiten, die durch engen Hautkontakt, aber auch das Benutzen der gleichen Bettwäsche übertragen werden. Filzläuse (1 mm) bevorzugen feuchtwarme, behaarte Körpergegenden und verursachen rote, juckende Punkte auf der Haut, während Krätze durch Milben unter der Haut (0,2 mm) verursacht wird und extremen Juckreiz verursacht. Los wird man die Parasiten mit speziellen Lotionen und durch rigorose Desinfektion von Kleidung und Bettwäsche.

Detaillierte Infos zu sexuell übertragbaren Krankheiten [DEUTSCHE AIDS-HILFE]


_HIV UND REISEN

Für Menschen mit HIV und Aids gelten die selben vorbeugenden Maßnahmen wie für alle anderen Reisenden auch. Trotzdem bedeuten etwa Fernreisen und Reisen in tropische Regionen eine besondere Belastung. HIV-Betroffene sollten sich vor Antritt einer Reise mit ihrem Hausarzt besprechen. Außerdem gilt es, folgende Dinge zu bedenken:

manche Schutzimpfungen (z.B. gegen Gelbfieber) können bei HIV-Positiven zu schweren Komplikationen führen, auch Malaria-Prophylaxe kann problematisch sein, vorher ärztlichen Rat einholen!
wer Medikamente zu festen Uhrzeiten einnehmen muss, sollte an die Zeitverschiebung denken
immer eine umfassende Reisekrankenversicherung abschließen, die möglichst viele Komplikationen und notfalls auch den Rücktransport ins Heimatland abdeckt
Impf- und Notfallpass mitnehmen, die Telefonnummer des behandelnden Arztes im Heimatland dabei haben
ausreichend Medikamente für die Dauer der Reise mitnehmen, eventuelle Verzögerungen einplanen
je nach Infrastruktur des Reiselandes ist es sinnvoll, Adressen von Ärzten und Kliniken vor Ort ausfindig zu machen, die Erfahrung mit HIV und Aids haben
In die meisten Länder können HIV-Betroffene als Touristen problemlos einreisen (je nach Land und Visabestimmungen 1-3 Monate). Einige Länder verweigern HIV-Infizierten generell die Einreise - sofern die Infektion bei der Einreise bekannt wird!
Deshalb sollte man auf Einreiseformularen immer die Frage nach "ansteckenden" oder "sexuell übertragbaren Krankheiten" verneinen, denn wer ehrlich ist, kann in der Regel sofort den Rückflug antreten, wer verneint, kann erfahrungsgemäß meist unbehelligt einreisen HIV-Medikamente sollte man möglichst nicht im Handgepäck mitführen, sondern in den Koffer packen und außerdem in neutrale bzw. "harmlose" Verpackungen umfüllen (mit dazugehörigen Beipackzetteln) außerdem nichts mitführen, was verdächtig machen könnte wie z.B. Broschüren einer Aidshilfe, eindeutige Aufkleber oder die Rote Schleife an der Jacke!

Ganz anders sieht es bei längeren Aufenthalten (z.B. Studium oder Arbeit) aus: Zahlreiche Länder verlangen einen HIV-Test bzw. verweigern den Aufenthalt.
Unter Federführung der Deutschen AIDS-Hilfe (Berlin) erstellt die European Aids Treatment Group (EATG) regelmäßig eine weltweite Übersicht zu den Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen für Menschen mit HIV und Aids.
Auf ihrem englischsprachigen Internetportal hivtravel.org kann man die aktuellen Einreisebestimmungen und andere relevante Reiseinfos zu jedem Land abrufen oder individuelle Anfragen abschicken, außerdem gibt es die aktuelle Übersicht für alle Länder in deutscher Sprache als PDF-Download.
[hivtravel]


_REISEAPOTHEKE

Je nach Reiseziel, Dauer und Art des Urlaubs kann es sinnvoll sein, eine Reiseapotheke zusammenzustellen. Bei kurzen Städtereisen in Europa oder Nordamerika ist das unnötig, ebenso beim All-Inclusive-Urlaub in Ferienanlagen großer Veranstalter.

Bei Reisen in dünn besiedelte Regionen, Länder mit schlechter Gesundheitsversorgung oder bei abenteuerlicheren Reisen auf eigene Faust (z.B. mit dem Rucksack) gehören folgende Dinge in die Reiseapotheke:
Medikamente gegen Entzündungen, Fieber und Schmerzen - Fieberthermometer nicht vergessen
Medikamente gegen Durchfall, Erbrechen und Übelkeit
Desinfektionsmittel und Verbandszeug wie Pflaster, elastische Wundverbände, Mullbinden, Kompressen
kleine Schere und Taschenmesser, Sicherheitsnadeln, Pinzette, Spritzen und Kanülen (in manchen Ländern sind Einwegspritzen nicht Standard)
ausreichend Insektenschutzmittel, Gel gegen Insektenstiche
Vitamintabletten, spezielle Präparate zur Nahrungsergänzung
Achtung: Wer fliegt, sollte die Reiseapotheke nie im Handgepäck mitführen, da einige der aufgeführten Gegenstände bei der Kontrolle garantiert konfisziert werden!



Mehr zum Thema "Gesundheit auf Reisen" findet man auf der exzellent aufbereiteten Sebseite [FIT FOR TRAVEL]. Dort gibt es zu jedem Land aktuelle Hinweise, Infos zu verbreiteten Krankheiten und den Ansteckungsgefahren sowie Ratschläge zur Vorbeugung.
Nützliche Infos bietet auch die Webseite des [Centrums für Reisemedizin]. Für Reisende aus Deutschland gibt es außerdem eine aktualisierte Liste der Krankenkassen, die Schutzimpfungen bezahlen.












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