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Südafrika__Gay Check-up

[Letzte Aktualisierung: 4. Oktober 2012]




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GAY PROFIL
© Quentin Saunders - Mr. Gay SA 2008

Gesellschaftliches Klima
Südafrika ist das einzige Land auf dem afrikanischen Kontinent, in dem Homosexuelle nach westlichen Maßstäben relativ offen und frei leben können.

Seit dem offiziellen Ende des Politik der Apartheid (Rassentrennung) und der demokratischen Machtübernahme durch die schwarze Mehrheitsbevölkerung 1994 (Partei ANC) hat sich das Klima für Homosexuelle stetig verbessert - was nicht zuletzt auch an Nelson Mandela als erstem schwarzen Präsidenten des Landes lag. Wegen seiner ethnischen Vielfalt wird Südafrika oft als "Regenbogennation" tituliert, was Homosexuelle mit einschließt.

Auffällig ist, dass die sichtbare Gay-Szene im Land hauptsächlich von Weißen geprägt ist. Das hat zum einen ökonomische Gründe, denn Ausgehen ist für Einheimische relativ teuer und die große Mehrheit der Schwarzen lebt noch immer in Armut. Erst langsam wächst eine schwarze Mittelschicht heran, die sich das Szeneleben leisten kann.
Vor allem aber liegt es daran, dass Homosexualität in der schwarzen Gesellschaft und Kultur - wie überall in Afrika - nach wie vor stark tabuisiert ist. Schwarze Schwule und Lesben haben es ungleich schwerer als Weiße, offen und selbstbewusst zu leben. Besonders in den Ghettosiedlungen der Schwarzen außerhalb der Innenstädte - den sogenannten Townships - ist die Situation extrem homofeindlich. Von dort wird immer wieder über brutale Gewalt bis hin zu sogenannten "erzieherischen Vergewaltigungen" von Lesben oder gar Morden berichtet. Sich zu verstecken ist für die meisten schwarzen Gays eine Frage des Überlebens.

Wie sehr homosexuelle Emanzipation immer noch eine "weiße Angelegenheit" ist, zeigt sich auch daran, dass abfällige Bemerkungen über Schwule und Lesben bis zur Hetze in der Öffentlichkeit meist von schwarzen Politikern stammen. Auch der seit Mai 2009 regierende Präsident des Landes und ANC-Chef Jacob Zuma ist diesbezüglich schon mehrmals negativ aufgefallen.

HIV und Aids stellen vor allem unter der schwarzen Bevölkerung ein großes Problem dar. Wegen jahrelanger Verharmlosung der Epidemie durch die Regierung hat Südafrika mit fünfeinhalb Millionen Infizierten die weltweit höchste Infektionsrate zu verzeichnen.

Rechtliche Situation
Das Schutzalter ist für Heteros und Homos gleich, es liegt bei 16 Jahren.
Südafrika ist das einzige Land der Welt, in dessen Verfassung Homosexuelle in einem eigenen Paragraphen ausdrücklich vor Diskriminierung geschützt werden. Vorbildlich, nur leider stimmt die Verfassung mit der gesellschaftlichen Realität noch lange nicht überein! Seit Dezember 2006 gehört Südafrika außerdem zu den wenigen Ländern in der Welt, die das Eherecht für Homosexuelle einführten.

Sicherheit
In Südafrika ist die Gefahr, Opfer gewöhnlicher Straßenkriminalität zu werden, um ein Vielfaches höher als aus antischwulen Motiven angemacht zu werden. Die Kriminalitätsraten gehören zu den höchsten weltweit. In Kapstadt und der Provinz Western Cape, wo sich die meisten Touristen aufhalten, ist die Polizei besonders um die öffentliche Sicherheit bemüht. Trotzdem muss man überall aufpassen und wachsam sein - egal, ob schwul oder hetero.
Wer bestimmte Sicherheitsregeln beachtet und nicht leichtsinnig wird, kann seinen Aufenthalt in Südafrika dennoch relativ entspannt genießen. Ganz so schlimm, wie sich die Fakten anhören, ist es dann doch nicht. Und vor allem: Die meiste Gewaltkriminalität spielt sich in den "Townships" genannten Schwarzensiedlungen ab, mit denen Touristen in der Regel nicht in Berührung kommen.
Das schwule Viertel in Kapstadt gilt als sicher, ebenso die Strände und die vielen Urlaubsorte entlang der Garden Route in der Provinz Western Cape.
Besonders vorsichtig sollte man bei Individualreisen auf eigene Faust in die Metropole Johannesburg sein - vor allem das Stadtzentrum gilt wegen Überfällen als gefährliches Pflaster! Wer auf Nummer sicher gehen will, unternimmt am besten eine organisierte Reise. [Sicherheitstipps für Südafrika] [Sicherheitstipps aus schwuler Sicht]

Gay Community
In größeren Städten des Landes gibt es schwule Bars, Saunen und sonstige Treffs. In Kapstadt ist sie seit jeher am größten und vielfältigsten. In den letzten Jahren sind auch häufiger schwarze Schwule in der Szene anzutreffen, doch dominiert wird die Szene immer noch von Weißen. In der Region um Kapstadt und den Urlaubsorten entlang der Garden Route findet man ein großes Angebot an schwulen Hotels und Gästehäusern mit gehobenem Komfort, die einen sicheren Urlaub in schwulem Ambiente ermöglichen.




HOT SPOTS

KAPSTADT
Die einzigartige Stadt am Fuße des weltberühmten Tafelbergs hat eine zwar überschaubare, aber dennoch vielfältige Szene auf europäischem Niveau. Die Bars, Discos und Shops konzentrieren sich im Stadtteil De Waterkant in Downtown, von Einheimischen auch "Gay Village" genannt. Hier gibt es auch Bars mit Darkroom. Was die Zahl der einschlägigen Hotels, Gästehäuser und Restaurants angeht, bietet Kapstadt dem Touristen eine beachtliche Auswahl. Hier gibt es sogar einen Gay Beach (3. Strand von Clifton Bay) und Südafrikas einzigen FKK-Strand Sandy Beach, wo vor allem Schwule cruisen.
Im allgemeinen gelten die Kapstädter als sehr aufgeschlossen und gayfriendly. Da die Stadt sehr europäisch wirkt (und ist), fühlt man sich als Tourist auf Anhieb heimisch. Höhepunkte im schwulen Jahreskalender sind die Mother City Queer Party im Dezember, ein großes Kostümfest, das Tausende von Gays aus dem ganzen Land anlockt, und der Cape Town Pride im Februar mit Parade, Party und Straßenfest im Gay Village.
[GAY GUIDE_Kapstadt] [HOTELS_Kapstadt]

KNYSNA
Der idyllisch gelegene Küstenort entlang der Garden Route am Indischen Ozean liegt zwischen George und Plettenberg Bay bzw. rund 490 km östlich von Kapstadt. Die Region ist touristisch exzellent erschlossen und gehört neben Kapstadt zu den wichtigsten Touristenzielen Südafrikas. Hier haben sich in den letzten Jahren viele Schwule niedergelassen, entsprechend groß ist das Angebot an Gästehäusern. Knysna bietet kaum klassisches Szeneleben, aber Schwule sind in der Kleinstadt überall anzutreffen. Attraktiv ist Knysa vor allem wegen der wunderschönen Landschaft und den vielen angebotenen Outdoor-Aktivitäten. Höhepunkt im Jahreskalender ist das Festival Pink Loerie Mardi Gras, eine Mischung aus Gay Pride und Karneval. Zum mehrtägigen Festival Ende April/Anfang Mai reisen auch viele Kapstädter sowie ausländische Touristen an. [HOTELS_Garden Route]

JOHANNESBURG
Die Millionenmetropole im Norden des Landes hat zwar eine relativ große Szene, ein "Gay Village" wie in Kapstadt gibt es hier aber nicht. Die Locations sind über mehrere Stadtviertel verteilt, vor allem in Melville, Rosebank und Sandton, die als "sichere Areas" gelten. In Johannesburg fand übrigens vor über 20 Jahren der erste Gay Pride Afrikas statt und wird seitdem alljährlich Anfang Oktober gefeiert. Johannesburg hat wegen hoher Kriminalitätsraten einen schlechten Ruf, vor allem das Zentrum gilt als gefährliches Pflaster für Touristen. Hier sollte man sich strikt an die empfohlenen Sicherheitsregeln halten und Sightseeing oder Touren in die Township-Stadt Soweto nicht auf eigene Faust, sondern organisiert und mit einheimischen Guides unternehmen. Kurzum: Johannesburg ist kein Platz für gemütliche Spaziergänge, aber dennoch sehenswert, wenn man sich ein vollständiges Bild vom heutigen Südafrika machen will.
[HOTELS_Johannesburg]


INFO & MEDIEN

Die Zeitschrift EXIT erscheint monatlich und ist landesweit, hauptsächlich aber in den Szeneläden von Johannesburg und Kapstadt kostenlos erhältlich. Hier findet man aktuelle Veranstaltungstermine.
Das Kaufmagazin GAY PAGES erscheint vierteljährlich und widmet sich vor allem Lifestyle-Themen. Darin findet man ein ausführliches Branchenverzeichnis sowie zahlreiche Restauranttipps und Beschreibungen von Gästehäusern und Lodges im ganzen Land. Beide Zeitschriften erscheinen in Englisch.

Eindrücke von Südafrikas Gaylife vermittelt auch GAY SPEAK, das monatlich ausschließlich als Online-Magazin erscheint. Hier findet man neben landesweiten Nachrichten und Interviews vor allem Berichte über aktuelle kulturelle Events und andere Veranstaltungen (in Englisch). [aktuelle Ausgabe]
Die zuverlässigsten und aktuellsten Infos über die Gay-Szene Südafrikas gibt es beim englischsprachigen Internetportal [MAMBA ONLINE]. Dort findet man sowohl Szeneadressen für alle größeren Städte als auch aktuelle Nachrichten und Veranstaltungshinweise.













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